Suche
NoiseDivision

Ice Nine Kills
Geschrieben von: Dark   
Ice Nine Kills
 
Eine Band die sich nach der ultimativen Massenvernichtungswaffe aus Kurt Vonneguts Novelle Katzenwiege benennt hat offenbar ein gehörige Portion Selbstvertrauen, und man wartet dann auch förmlich auf den musikalischen Vorschlaghammer.

Image
Naja, Ice Nine Kills sind wahrlich keine die Balladen-Könige, was allerdings auch nicht heissen soll, dass sie einfach nur stumpfsinnigen und infernalischen Krach produzieren - ganz im Gegenteil diese Band hat ein sehr feines Gespür für Melodien und sehr tighte und straighte Riffs. Das wird dann noch mit messerscharfen Stakkato-Gitarren kombiniert, und schon hat man eine wunderschöne Mischung aus Post-Hardcore mit einem satten Schuss Metall.

Hier wird zwar im Background gerne geschrieen und die Double-Bass kommt definitiv auch nicht zu kurz, aber was Ice Nine Kills wirklich ausmacht, sind die jeweiligen Lead-Vocals der beiden Sänger Jeremy und Spence - das hat nichts mit dem üblichen Metall/Hardcore-Klischee zu tun - sondern kommt eindeutig aus der Emo-Ecke: Hier wird grosser Wert darauf gelegt, einer, sich teils ins epische ausbreitenden, Melodie zu folge. Die Lead-Vocals kommen anfangs oft eher ein wenig zurückhaltend daher, um im Verlauf der Stücke immer weiter auszubrechen. Richtig grossartig wird es dann aber erst, wenn Lead- und Background-Gesang sich langsam zum Finale hochschaukeln: Melodie versus Screamo, Emotion versus Agression, aber alles immer im richtigen Verhältnis ...das hat Eier!

Image
Aber trotz all dieser Energie, die permanent in den Stücken von Ice Nine Kills vorherrscht, greifen  die Jungs auch schon einmal schamlos auf ein Piano oder einfach eine cleane Gitarre zurück - wenn es den passt! Ist eben alles nur ein Frage der Balance, und solange es der Intensität der Songs dient, ist jedes verfügbare Mittel nur recht und billig. Live muss diese Band übrigens ein echtes Erlebnis sein, aber wie das immer so mit weniger bekannten Bands von Gott-weiss-woher ist, wird Ice Nine Kills hier wohl in nächster Zeit leider nicht zu begutachten sein ...eigentlich verdammt schade! Aber wenigstens hat die Band gerade richtig gutes Album veröffentlicht (Last Chance To Make Amends), dass sollte man sich auf Fälle gönnen.

Die Band wurde 2002 von Jeremy and Spencer irgendwo in einer kleinen Kaff an der Küste von Massachusetts gegründet. Nach etlichen Besetzungswechseln kam 2003 der Drummer Grant aus Petoskey (Michigan) dazu, und im Herbst 2004 wurde das Line-Up schliesslich durch Hobie am Bass komplettiert.
 
Bandmitglieder:
Jeremy (Guitar/Vocals)
Spence (Guitar/Vocals)
Hobie (Bass)
Grant (Drums)
 
Empfehlenswerte Songs:
Chapter Two
 
 
Label: ----
 

© 2017 NoiseDivision ...eZine For Distorted Melodies!
* Independent * Hardcore * Punk * Alternative * Lo-Fi * Emo *